Was ist, darf sein…

Manchmal kann sich das Leben festgefahren anfühlen. Wir finden uns immer wieder in ähnlichen Situationen wieder, obwohl wir schon so viel über uns selbst verstanden haben. Wie sehr wir auch versuchen, es diesmal anders zu machen.

“Was ist darf sein, und was sein darf, kann sich verändern.” (Werner Bock)

Dieser Schlüsselsatz bringt eine wichtige Grundhaltung in der Gestalttherapie zum Ausdruck. Er bedeutet, dass seelische Veränderungsprozesse dann passieren können, wenn unsere unbewussten Anpassungsstrategien ans Licht kommen dürfen, und ihnen ohne Wertung, mit Würde und Neugierde begegnet wird. Dann können sich zugrunde liegende Anspannungen und Emotionen lösen, und unser Selbst kann sich neu ausrichten. Mehr verbunden mit dem, was wirklich stimmig ist für uns, und mit mehr Flexibilität im Kontakt mit unserer Umwelt.

…und was sein darf, kann sich verändern

Das Fundament in der gestalttherapeutischen Arbeit ist die Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in. Durch wertfreie authentische Begegnung entsteht ein Beziehungsraum, der die nötige Sicherheit bietet, sich an den Rand der eigenen Komfortzone vorzuwagen und sich schwierigen oder schmerzhaften Themen zuzuwenden.

Die therapeutische Aufmerksamkeit richtet sich dabei darauf, auf behutsame Weise Unbewusstes bewusst zu machen: Was zeigt sich jetzt gerade, was tritt zutage an Körperempfindungen, Emotionen, Gedanken, Wünschen oder Befürchtungen? Das Bewusstwerden der eigenen Verhaltens- und Kontaktmuster in der Sicherheit der therapeutischen Beziehung eröffnet den Zugang zum eigenen Veränderungspotential...

…und was sein darf, kann sich verändern.